Luisenplatz 1
47799 Krefeld
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Dur und Moll, die zwei Tongeschlechter der sogenannten abendländischen Musik, bilden die Grundlage dieses Monologes, der von den Gegensätzen, die uns prägen erzählt: Licht und Schatten, Freude und Trauer, Liebe und Hass, Traum und Wirklichkeit, Diesseits und Jenseits, Leben und Tod.
Eine Idee, zwei Gegensätze, drei Epochen und vier Komponisten
Es gibt wohl kaum eine intensivere und persönlichere Auseinandersetzung mit Musik im Allgemeinen und einem Komponisten sowie einem Instrument im Speziellen als das Interpretieren und Hören von Werken der Solo-Literatur.
In diesem Programm begibt sich die Cellistin Julia Polziehn auf die Reise zu den Ursprüngen des Violoncellos als Solo-Instrument und wirft einen Blick auf die Entwicklung, die diese Musikform bis in das frühe 20. Jahrhundert nahm.
Die erste Konzerthälfte widmet sich dem Tongeschlecht Moll: Eine phantasievolle theatralische Tonsprache voller Dramatik prägt Domenico Gabriellis Ricercar 2. Seine Ricercari gelten als die ersten Kompositionen für das Violoncello als eigenständiges Solo-Instrument. Die Suiten von Johann Sebastian Bach und Max Reger sprechen eine nachdenkliche, dunkle, lyrische sowie naturalistische Klangsprache, in der starke Kontraste in einem andauernden Dialog stehen.
In der zweiten Hälfte spannt die Cellistin erneut einen Bogen über drei Epochen, jedoch ist die Musik nun von dem entgegen gesetzten Tongeschlecht Dur geprägt: Helligkeit, Lebensfreude und Leichtigkeit sind die bestimmenden Charaktere der Werke von Gabrielli und Bach. Tragische, stürmisch aufbegehrende Emotionen, Melancholie sowie ausgelassene Freude und Stolz bestimmen die Komposition von Gaspar Cassadó.
Die Musikerin konzentriert sich bei ihrer Spurensuche nach Gemeinsamkeiten und individuellen Besonderheiten auf den Umgang der Komponisten mit den Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten sowie der Sprachgestaltung ihres Instrumentes. Ergänzt wird der musikalische Vortrag durch Texte von William Shakespeare, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse und aus der Oper „Carmen“. Sprecherin ist die Schauspielerin Rosemarie Weber.