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Gedanken zur Zeit   –   Corona – Erfahrungsberichte

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Corona, Erfahrungsberichte

Das war ein großer Schreck und zunächst nur Enttäuschung. Leere Straßen und unsere erste Kreuzfahrt viel buchstäblich ins Wasser. Da Corona jedoch nicht existenziell ist für uns, Gott sei Dank, haben wir uns an die Situation gewöhnt und uns angepasst. Inzwischen können wir dem etwas abgewinnen, dass die Tische in den Biergärten und Restaurants auseinander stehen. Es ist weniger laut und stickig als früher. Das finden wir schön.

Beim Friseur wird viel sorgfältiger ge- schnitten. Überhaupt kommen wir zu dem Schluss, dass die Welt den Virus vielleicht gebraucht hat: weniger Autos, weniger Flugzeuge, keine Kreuzfahrtschiffe. Die Erde erholt sich. Unser Mitgefühl soll dennoch denjenigen gelten, die existenziell von der Pandemie bedroht sind, denjenigen die sich kaputt schuften mussten, und denen, die viel- leicht nur Angst haben und in ihren sozialen Kontakten zu sehr eingeschränkt sind. Wir hoffen dass sich bald alles normalisieren kann und es keine zweite Welle gibt. Aber es tut uns vorübergehend gut, mal weniger zu müssen…

Anne-Mylène Biehl und Uwe Kersten

Meine Mutter ist glücklicherweise nicht mehr im Seniorenheim, deshalb kann ich sie besuchen. Aber dann nur mit A-H-A: Abstand, Hygiene und Alltagsmaske.

Beten hilft mir in dieser schwierigen Lage! Denn plötzlich viel alleine zu sein, das fällt mit schwer. Schade, dass wir so lange keinen Gottesdienst feiern konnten und immer noch kein Abendmahl möglich ist… wie können wir es hinkriegen unter Corona-Bedingungen? Diese Form der Gemeinschaft vermisse ich sehr… Vielleicht kann ja doch eine Kompromisslösung möglich sein, jetzt wo weniger Leute im Gottesdienst sind. Es wäre schön, da eine gute Lösung bald zu finden, denn auch das stärkt uns doch!

Für freiberuflich tätige Lehrer ist Corona für mich eine schwierige Situation: Weniger Geld… anders als im Anfang gedacht müssen die Corona-Hilfen zu- rückgezahlt werden. Dennoch finde ich immer wieder Stärkung im Glauben und in den doch möglichen Gemein- schaften… dafür bin sehr danbkbar.

Michael Simoneit

Corona ist kein Zuckerschlecken!

Was mir besonders gefehlt hat durch Corona sind z.B. die Aktivitäten in der Friedenskirche – egal welcher Art. Die dabei entstehenden Kontakte wie das gemütliche Zusammensitzen nach dem Gottesdienst oder den Konzerten, wenn wir die eine oder andere Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen. Oder die Berührungen, die Umarmungen durch andere, die haben mir sehr gefehlt: kurze Umarmung oder ein freundlicher Händedruck. Denn Telefonieren reicht nicht immer, man sieht ja sein Gegenüber ja nicht. Ich habe das Gefühl, das ganze Leben ist eingeschränkt.

Margret Kessels, Ehrenamtliche in Seniorenarbeit und Kulturpunkt

 

Corona – Das Ende der Solidarität ?

Ein gutes halbes Jahr ist nun ins Land gegangen und ein Jeder hat seine persönlichen Erfahrungen mit dem Virus gemacht.

Die anfängliche Angst vor einer Ansteckung scheint größtenteils gewichen – auch wenn die Situation noch die gleiche ist. Wurde anfangs noch wi- derspruchslos eine Maske getragen, so organisiert sich heute überwiegend die „Rechte Szene“ und fordert lautstark die Abschaffung der Maskenpflicht. Despoten in den USA und Brasilien, die vom Virus für unangreifbar halten, machen es ihnen vor. Maskenträger sind Warmduscher und Weicheier. Dafür lässt man Hundertausende der eigenen Bevölkerung über die Klinge springen.

Bei einem Blick in Facebook entpuppen sich die Deutschen als ein Volk der Hobby-Virologen. Hier hat jeder seine eigene, persönliche Meinung. Konträr zu den Aussagen der anerkannten „Wissenschaftskompetenz“ zu sein, ist hier allerdings ein „Muss“.

Gottseidank bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Statements bei Facebook nicht die Meinung der Bevölkerung repräsentiert – nur tummeln sich alle Verschwörungstheoretiker in den Social-Media-Kanälen. Nie war es so einfach, der Staatsmacht Nadelstiche zu versetzten. Einfach die Masken weg lassen, sich zusammenrotten und platte Slogans skandieren. Wie oft habe ich mir gewünscht: „einfach mal die Fresse halten und die Dinge für eine begrenzte Zeit tun, die anerkannte Wissenschaftler vorschlagen.“ Widerspruchslos zu folgen war doch immer schon eine Tugend der Deutschen (Achtung Satire!)

Bei allen negativen Begleiterscheinungen gab es für mich auch positive Erkenntnisse während der Lockdown-Zeit. Es hat mich keinen Deut unglücklicher gemacht, nur die Dinge kaufen zu können, die wirklich benötigt wurden. Allerdings ist dieses Kaufverhalten nicht kompatibel zu unserem Wirtschaftssystem – es kollabiert nach kurzer Zeit. Na klar wurden Fehler gemacht – hier wird auch die Staatsmacht hinzulernen. Corona war/ist halt eine Premiere.

Solidarität ist, wenn noch Klopapier für die Anderen übrig bleibt!
P.S. heute gelesen – „Neuseeland ist coronafrei“

Gerd Büttner

Corona Erfahrungen

Corona – für mich war das eine süd- amerikanische Biersorte, bis Anfang diesen Jahres. Heute steht Corona für eine Pandemie bislang nicht erlebten Ausmaßes, die unser aller Leben beein- flusst, bzw. auf den Kopf stellt und zwar nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern rund um den Erdball.

Eine ganz zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist für mich „Warum lässt Gott das zu?“
Wenn wir davon ausgehen, dass er uns Menschen nicht bestraft, könnte für mich eine Antwort sein, dass er unsere Welt, seine Schöpfung bewahren möchte! Oder muss? Sind uns nicht allen Begriffe wie „Ozonloch“ oder „Erderwärmung“ geläufig?

Aber warum sterben dann so viele Menschen, wenn er doch alle liebt?
Kann es sein, dass wir bewusster leben und näher zusammenrücken sollen? Das tun wir jedenfalls, wenn auf Balkonen gesungen wird und wir den Paketboten schätzen und ihm oder ihr ein Lächeln schenken.

Ich glaube, hier muss jeder und jede mit sich ausmachen, was er oder sie findet und wie er oder sie empfindet. Im Folgenden kann ich nur für mich sprechen. Erstaunlich ist für mich, dass ich Corona nicht nur negativ finde. Vielmehr lebe ich mit einem ganz anderen Bewusstsein und stelle fest, dass vieles eigentlich selbstverständlich zu sein schien und nun auf einmal fehlt. Der Besuch bei den Eltern, des Gottesdienstes, der Oper, des grenzenlosen Reisens. Ja – und nicht wenigen Kindern und Jugendlichen fehlt selbst der Schulbesuch. Klar wird auch, dass Bangen und Glück so dicht beieinander liegen wie fünf vor zwölf und fünf nach zwölf.

Meine Haushaltshilfe kam zu mir, ohne zu erwähnen, dass sie auf Corona getestet worden war. Eigentlich hätte sie bis zum Testergebnis zu Hause bleiben müssen. Wie sich herausstellte war sie positiv. Was für eine Aufregung. Die ganze Familie wurde getestet und war erst wieder beruhigt, als die Nachricht kam, dass wir alle negativ seien.

Wir haben bestimmt alle unsere ganz eigenen Erfahrungen. Positiv für mich waren die Online-Gottesdienste der Friedenskirche, auf die ich mich richtig gefreut habe. Dabei nahm ich die Schönheit dieser Kirche zum ersten Mal ganz bewusst wahr, denn nie war mein Blick so rundum in die Höhe gerichtet auf die ganzen Gewölbe, die schützend über uns sind. Nie so intensiv auf die Scheiben gerichtet, die in allen Farben strahlen, wenn die Sonne sie durchdringt und wie zerstört sie nach dem Krieg war, wusste ich auch nicht. Um so gewaltiger, dass sie heute wieder majestätisch dasteht. Positiv waren für mich auch die „Gottesdienste am Küchentisch“, die es in der Gemeinde meiner Eltern in Süddeutschland gab. Jeden Sonntag brachte der Pfarrer seine Predigt in Textform in die Haushalte. Ich erhielt sie dann jeweils per Fax, habe sie gesammelt und kürzlich auf einer Zugfahrt am Stück gelesen.

Schön, dass langsam etwas „Normalität“ in unseren Alltag zurückkehrt. Eine neue Art des Zusammenlebens bricht an, wir kommunizieren anders und trotz allen Mundschutzes in vielen Fäl- len nicht weniger intensiv. Wir bewegen uns anders und gehen in vielen Fällen umsichtiger miteinander um.

Lassen Sie uns die positiven Erfahrungen festhalten und die negativen überwinden, erkennen wir, was wesentlich ist und begegnen wir der Zukunft mit Zuversicht – mit Gottes Hilfe gelingt das und: Bleiben Sie behütet!

Peter M. Mutscheller Gast in der Friedenskirchengemeinde

 

Erfahrungsbericht aus dem Alltag in der Corona- Zeit

Ich bin 61 Jahre, arbeite in Teilzeit und gehöre zur Gruppe der Risikioleute mit Vorerkrankungen. Corona hat meinen Alltag grundlegend verändert. Es fängt mit der Begrüßung von Menschen an und setzt sich mit den AHA Regeln fort. (Abstand, Hygiene und Alltagsmaske ) Dies lässt sich ja noch ganz gut umsetzen. Es bedeutete aber auch, dass ich bis jetzt nicht mehr zum Arbeitsplatz darf – ich bin Erzieherin – sondern im Home-Office bin.

Was macht das mit einem?
Einerseits möchte ich gerne wieder in mein vertrautes Arbeitsfeld und mich mit den Kolleginnen austauschen, andererseits sind da die Sorgen und Bedenken um die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Familienmitglieder. Was ist, wenn man sich mit Covid-19 ansteckt oder es evtl. einschleppt?
Kein guter Gedanke. Er bereitet mir Unbehagen.
Ebenso ist es, wenn man sich mit Freunden treffen möchte. Das Corona-Virus ist immer präsent. Es tauchen Fragen auf: Kann man sich treffen, wo und mit wem. Spontanität ist vorbei.
Vieles kann man regeln, aber wenn es um die Gesundheit geht, kann man bestimmte Dinge nicht verschieben. So hatte mein Partner in der Corona-Hoch-Zeit eine Krebs OP. Für mich war es die schwierigste Corona- Erfahrung, dass ich ihn nicht ins Krankenhaus begleiten und nach der OP nicht vor Ort sein durfte. Ich kam mir hilflos vor und hatte für mich das Gefühl, meinen Mann im Stich zu lassen. Dank moderner Technik war dann in den nächsten Tag persönliche Kommunikation möglich.

Trotz vieler Einschränkungen müssen wir uns damit arrangieren. Denn wir haben alle nur dieses eine Leben und möchten es nicht leichtfertig auf`s Spiel setzen.

Für mich gibt es aber auch positive Dinge. Vieles hat einen anderen Stellenwert bekommen. Mir ist sehr deutlich geworden, wie zerbrechlich wir sind und in kürzester Zeit ein Leben völlig auf den Kopf gestellt werden kann.

In dieser schwierigen Zeit haben mir mein Glaube und das feste Vertrauen auf Gott geholfen. Obwohl wir nicht immer den Willen Gottes kennen oder erkennen, weiß ich, dass wir in seiner Hand geborgen sind. Selbst wenn er uns durch ein finsteres Tal führt – ist er bei uns. (Psalm 23). Halten Sie ruhig mal Zwiesprache mit Gott, es kann sehr beruhigen. Ich wünsche mir in dieser Pandemie-Zeit, dass wir alle miteinander respektvoll umgehen und keine Altersgruppen gegeneinander ausgespielt werden.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

Silvia Sämann

 

Corona, was heißt das?

Zum Beginn des neuen Jahres saß ich mit Kollegen wie immer zum Mittagstisch in der Kantine. Wir sprachen über Politik, Wirtschaft und über ein neues Virus. Es tauchte in einem Ort in China auf.

Es war neu und gefährlich. Der chinesische Ort sollte abgeriegelt werden, um die Verbreitung zu verhindern. China ist ein anderer Kontinent, weit weg. Was rührt es uns in Deutschland? Einige Tage später war das Wort „Pandemie“ im Gespräch. Pandemie, das heißt, das Virus ist nicht regional beschränkt. Aber bis nach Deutschland wird es nicht kommen, dachten wir. Dann kam die Nachricht: „Skiurlauber haben das Virus aus Ischgl nach Deutschland mitgebracht“.

Innerhalb kürzester Zeit überschlugen sich die Ereignisse. Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, ebenso das Fitnessstudio und die Geschäfte, das öffentliche Leben wurde herunter- gefahren, die Grenzen wurden geschlossen, Kontaktsperren verhängt. Gottesdienste durften nicht mehr stattfinden, Großeltern durften die Enkelkinder nicht mehr sehen, Freunde durften sich nicht mehr treffen.

Wir arbeiteten im Home Office, telefonierten viel, schickten uns Nachrichten. Nachbarschaftshilfe wurde neu definiert. Das Leben ging weiter.

Nun haben wir eine neue Realität, beginnen uns mit dem Virus zu arrangieren. Wir tragen Masken in öffentlichen Einrichtungen, wissen Home Office ein wenig zu schätzen und wissen, wenn es wirklich darauf ankommt, sind wir füreinander da.

Für mich ist dies eine sehr positive Erkenntnis aus der Zeit shut – down.

Elke Sobanski

 

Corona 2020

Dass ich in meinem Leben durch eine Pandemie ausgebremst würde, damit hätte ich nie gerechnet.

Ich arbeite ehrenamtlich im Kulturpunkt, eine Tätigkeit, die mir sehr viel gibt – die Kontakte mit den Künstlern, Ehrenamtlern und dem Publikum – erst einmal vor- bei. Kirche, Theater, Museen, VHS – alles geschlossen.

Da auch keine Reisen stattfanden, habe ich jeweils mit einer Person den Niederrhein erkundet und entdeckt, wie schön er ist. Überraschungen gab es auch in der näheren Umgebung – wer kennt schon Friemersheim oder die Rheinauen…und wie intensiv ist doch unsere Natur im Frühjahr.

In den ersten Wochen habe ich besonders die Stille draußen, vor allem abends und am frühen Morgen wahrgenommen – sehr reduzierter Berufsverkehr, kein Fluglärm.

Es ist schon erstaunlich, dass ein kleiner Virus unser Gesellschaftssystem komplett außer Gefecht setzen kann. Die Normalität kehrt in kleinen Schritten zurück, wir müssen aber weiterhin vorsichtig und achtsam sein!!!

Astrid Franzke

 

Corona und ich!

Nie hatte ich das Gefühl unverletzlich zu sein. Aber so bedroht durch ein noch recht unbekanntes und eigenwilliges Virus, das war neu. Wie schnell haben wir uns eingestellt auf die veränderten Bedingungen: „Senioren zuerst!“ morgens im Supermarkt – die einzigen Läden, die offen waren. Aber alle nur mit Maske! Für manche von uns die einzige Gelegenheit Menschen zu treffen. Viele litten unter der Einsamkeit, die uns aus Sicherheitsgründen helfen sollte. Von Anbeginn an, war mir wichtig, das richtige Maß zu finden zwischen Sicherheit und Schutz einerseits und drohender Vereinsamung gerade unserer Senioren andererseits. Sicher bin ich vieles schuldig geblieben!

Mitten in der Woche Stille wie an einem Sonntagmorgen. Straßen und Fußgängerzone leer gefegt, wo sonst der Bär steppt. Auch der Himmel schwieg: Nur sehr wenige Flugzeuge hoben ab. Und die Luft war sauberer!

Was ist das für eine Botschaft mit dem Virus? Alles wofür wir als Gemeinde stehen: Miteinander feiern, für einander da sein, Nähe ermöglichen… und pflegen… Vom Kirchencafé nach dem Gottesdienst bis zur Seniorengeburtstagsfeier, vom Abendmahl bis zum Osterbrunch … nichts konnten wir so machen, wie wir es gerne tun.

Zurück geworfen auf die eigenen vier Wände… das war für manche vorher eine Horror-Vorstellung … und doch haben die meisten es besser verkraftet als befürchtet. Denn es kam auch viel Ruhe in den Alltag. Nichts mehr müssen… weil niemand zu anderen durfte. Vorsicht und Rücksicht bekamen ein neues Gesicht und wurden ganz konkret: Maske tragen! Ist immer noch ein Zeichen dafür.

Natürlich waren wir oft durch die scheinbar gegensätzlichen Äußerungen der Fachleute verwirrt. Aber klar ist auch: Niemand kannte sich mit Corona aus! Das Virus überrollte die Welt allerdings nur durch uns selbst! Das Virus kann sich nur über uns verbreiten. Es hat keine eigene Möglichkeit. Und wir haben ihm den Boden für die wunderbare Verbreitung geboten. Unsere Reisefreudigkeit ermöglichte den Sprung von Asien nach Europa, von Ischgl nach Krefeld. Es gab nur noch ein Thema in den Medien: Corona vor morgens bis abends! Dass uns das nerven wird, war absehbar! Aber es nützt nichts! Dieses Virus ist unfassbar eigensinnig und unvorherseh- bar. Es kann jeden treffen und bei jedem andere Schäden verursachen.

Das Einzige, was wir vorbeugend tun können ist der AHA-Effekt: Abstand – Hygieneregeln beachten und Alltagsmaske tragen Einer der stärksten Sätze von Politikern beschriebt die ganzen Versuche, uns die Gefährlichkeit des Virus deutlich zu machen, uns Verständnis-Hilfe zu geben: „Wir werden uns viel zu vergeben haben nach Corona!“ Fangen wir recht zeitig damit an. Wir lernen alle noch!

Sylvia Pleger

 

Anspannung

Montag, 10. August 2020, 09:30 Uhr, kurz vor Ende der Ferien in NRW. Ich habe einen Termin bei meinem Arzt. Es befindet sich eine lange Schlange von Menschen vor der Tür, die alle darauf warten in die Praxis gerufen zu werden. Es ist warm draußen. Zeit genug um den Gedanken Raum zu geben. Eine gewisse Angst beschleicht mich. Die Damen an der Anmeldung und der Arzt lächeln und trotzdem spüre ich diese Anspannung, auch bei den Anderen. Hut ab für deren Einsatz… denke ich mir…. und versuche auch zu lächeln. Die Menschen seien im Moment aggressiv und das stimme die Arzthelferin sehr traurig, wie sie sagt.

Und dann sage ich beim Verlassen der Praxis demütig: Danke. … nicht nur zum Praxisteam, sondern auch in Gedanken zu Gott. Und wenn es nicht angekommen ist – weil mit einer Schutzmaske nicht nur das Lächeln, sondern zuweilen auch die Worte nicht durchdringen – so weiss ich, dass Gott bei mir war und ist – und mich gehört hat. Denn er schenkt uns immer wieder Gelegenheiten, auch in Corona-Zeiten auf Menschen bzw. Ereignisse zu treffen, wo Liebe zu spüren ist, denn wir alle werden bedingungslos geliebt…. nicht nur beim Arzt.

Heidrun Wouters