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Nachgedacht

 

Foto: Sylvia Pleger, Pfarrerin der Friedenskirche,

Ostseite der Kirche in Los Cristianos, Teneriffa

Andere Länder – Andere Kirchen!
Der Urlaub im Winter auf Teneriffa war gut für uns zum Licht und Sonne tanken. Gerne wanderte ich dann alleine durch nicht allzu abgelegene Gegenden. Erlebte gespannt den nebelfeuchten, erdig duftenden Lorbeer-Wald an der Nordspitze.

In einem belebten Touristenort machte ich Pause. Auf dem zentralen Platz stand eine Kirche. Obwohl ich doch meinte zu wissen, was mich erwartete (eine Heiligen-Statue neben der anderen, viel Gold und Spitzenbrokat, künstliche Blumen und elektrische Kerzen) ging ich doch hinein.

Wie überrascht war ich dann vom schlicht gehaltenen Raum der Kirche. An der Altarwand nur ein vom Kreuze befreiter, sich in den Himmel reckender Christus.

Kein Kreuz, das ihn an Karfreitag bindet, sondern ein Osterbild ganz besonderer Art: der eine Arm streckt sich himmelwärts, der andere Arm ist weit ausgespannt. Die Hände, die Haut, das Gesicht sind noch vom Leiden gezeichnet, doch der Körper erzählt schon von einem anderen Leben!

Ein veränderter Jesus reckt sich da in den Himmel: „O Heiland, aus der Erden spring!“ – Österlich-Unerwartetes und Adventliches greifen ineinander.

Das Leiden ist zu Ende. Durch den Tod hindurch gegangen, aufstrebend zu etwas gänzlich anderem. Und die Erfahrung, die die Jünger machten:

Jesus war nicht mehr derselbe wie zuvor. Er entzog sich ihren Erwartungen, war nicht mehr verfügbar, wechselte Ort und Umgebung wie es gerade passte. ER übersprang Zeiten und Orte. Das war eine neue Dimension!

Ihre Pfarrerin Sylvia Pleger