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Nachgedacht

Zeichnung: Anne Kurth

Du, wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann lass mich nicht allein –
und wenn ich keiner Seele trau, stell du dich auf mich ein.

Und wenn ich dich verwünschen werde, sei bei mir,
hör mir zu und schweig, halt mich aus.

Du, wenn es mir an Hoffnung fehlt, dann nimm mich ins Gebet.
Und wenn ich meine Zweifel hab, bleib der, der mich versteht.

Und wenn ich dich beim Glauben fasse, halt mir stand,
zeig, wovon du lebst, gib dich aus…

                                                                                                                       Friedrich K. Barth + Peter Horst

Wenn alles geht, was bleibt? Es bleibt die Wärme des Menschen. Diese Wär- me können wir fühlen. Wir können auf das Schweigen achten oder dem Reden zuhören. Wir können ein Lied summen, am besten eine bekannte Melodie. So schaffen wir hoffentlich einen Augen- blick der Nähe, des Vertrauens, der Sicherheit.

Dann können wir auch selber reden, Antwort geben auf vielleicht Unver- ständliches. Jedenfalls begleiten wir, lassen uns anrühren, sind anwesend und dem Gegenüber zugeneigt und öffnen einen Raum, den der Psalmbeter in den Klagepsalmen oft schon durchschritten hat.

Es bleibt immer die Lebensgeschichte: Geburt und Herkunft. Schulzeit. Konfirmation. Eheschließung. Beruf. Familie.

Es bleibt die Würde, die uns Gott als seine Geschöpfe geschenkt hat, die wir dankbar annehmen und bewahren können.

Es bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung: Gott steht auf der Seite des Lebens, das verloren zu gehen droht. Sein Sohn, un- ser Heiland Jesus Christus ist zum Zei- chen der Gemeinschaft Gottes mit uns geboren, durch den Tod hindurchgegangen und nimmt uns in die Herrlichkeit der Ewigkeit hinein. Unser Leben ist Gott als Ganzes und als Einzelnes so viel wert, dass ER sich auf die Begeg- nung mit uns Menschen immer wieder einlässt und uns eine Zukunft im Lichte der Auferstehung schenkt, die bleibt.

Ihr Marc-Albrecht Harms