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Nachgedacht

Pfarrer

Marc-Albrecht Harms

Mach dich auf den Weg!

Hätten die Hirten die Mühe gescheut und wären den steinigen Weg durch die Nacht nicht gegangen – sie hätten das Kind nicht geschaut.

Advent und Weihnachten ist nicht nur die Zeit des Schenkens und Beschenktwerdens. Es ist auch die Zeit, sich auf den Weg zu machen. Es ist ein reges Hin und Her, was uns Lukas und Matthäus in den Geburts- und damit Weihnachtsgeschichten erzählen: Josef und Maria, die Hirten, die Weisen aus dem Morgenland und mit ihnen viele andere, nicht genannte, sind unterwegs. Sie sind alle auf der Suche: nach einem Obdach, nach einer Unterkunft für die Nacht oder für mehrere Tage, nach dem Einen, der die Welt aus den Angeln heben wird und damit für alle Zeit verändert.

Und wir? Sind wir auch unterwegs, sind wir auf der Suche nach Beständig- keit oder Veränderung, nach Erfüllung oder Selbstoptimierung?
Und dann eines Tages ist es soweit. Gott wartet nicht länger. Er kommt zur Welt. Er kommt uns Menschen entgegen. Will wieder und zwar für immer und allezeit Kontakt zu uns haben. Und wir? Haben wir Zeit für ihn? Schenken wir Gott unsere Aufmerksamkeit, wenn er sich doch bei uns blicken lässt?

Wir sind gerade in der Adventszeit mit vielem beschäftigt. Genau wie damals vor mehr als 2.000 Jahren. Der römische Kaiser war gerade ebenso dabei, zu den Untertanen in seinem Reich Kontakt aufzunehmen. Im gesamten Römischen Reich musste man sich auf seinen Befehl hin in Steuerlisten eintragen lassen. Dazu begaben sich die Menschen in ihre Heimatstadt. Das führte zu einer immensen Wanderbewegung. Es kam zu überfüllten Städten, als wären alle auf der Flucht. Ein großes Verwaltungschaos.

In all dem Drunter und Drüber dieser Zeit kommt Jesus, der Christus, zur Welt. In ihm begegnen wir Gott. Mitten in einer unübersichtlichen Welt führt uns Jesus zur Mitte und zum Zentrum der Welt, nämlich zu Gott. Es ist so einfach, Gott ganz nahe zu sein. Wir brauchen uns nur, wie die Hirten und alle anderen nach ihnen, auf den Weg zur Krippe zu machen. Und ganz tief in unserem Herzen wissen wir, dass wir bereits angekommen sind.

Ihr Pfarrer Marc-Albrecht Harms